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Meine Mentorin

Meine Mentorin ist Frau Christen.

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Literaturverzeichnis

Bonney, H. (2012). ADHS – na und? Vom heilsamen Umgang mit handlungsbereiten und wahrnehmungsstarken Kindern. Heidelberg: Carl-Auer.

Born, A.; Oehler, C. (2011). Gemeinsam wachsen – der Elternratgeber ADHS. Verhaltensprobleme in Familie und Schule erfolgreich meistern. Stuttgart: Kohlhammer.

Gawrilow, C. (2009). ADHS. München: Ernst Reinhardt.

Hinz, A. (2002). Von der Integration zur Inklusion – terminologisches Spiel oder konzeptionelle Weiterentwicklung? Zeitschrift für Heilpädagogik, 9, 354-361.

Krowatschek, D. (2001). Alles über ADS. Ein Ratgeber für Eltern und Lehrer. Düsseldorf: Walter.

Lauth, G.; Naumann, K. (2009). ADHS in der Schule. Übungsprogramm für Lehrer. Weinheim : Beltz.

Nathrath, D; Wölfl E. (2006). Erfolgreicher Schulanfang mit ADHS-Kindern. Theorie und Praxis für den Unterricht in der Grundschule. Neuried: CARE-LINE.

Schleider, K. (2009). ADHS. Wissen was stimmt. Freiburg im Breisgau: Herder.

Schmitman gen. Pothmann, M. (2010). Kinder brauchen Freunde - Soziale Fertigkeiten fördern. Stuttgart : Klett-Cotta.

Stark-Städele, J. (2005). Erfolgreich lernen bei ADS. Probleme erkennen – Stärken nutzen – Strategien entwickeln. Stuttgart: Urania.

Steinhausen, H.-C; Rothenberger, A.; Döpfner, M. (Hrsg.) (2012). Handbuch (ADHS). Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Stuttgart: Kohlhammer.

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Überblick über die Postings

Selbstbestimmtes Praktikum

1. Posting, 13.09.2014, Skilager

- Beschreibung des Praktikumsortes und des Arbeitseinsatzes

- Lernziele im Praktikum und Zielerreichung bzgl. Führung


FAP

5. Posting, 18.08.2014, Dokumentation & Feedback

Dokumentation einiger Lektionen/Einsätze

Feedback meiner PL

4. Posting, 12.07.2014, 2. Reflection

(Englisch) Reflexion während dem FAP - Hervorheben der Unterschiede im Vergleich zu der Schweiz

3. Posting, 12.07.2014, 1. Reflection

(Englisch): Reflexion der ersten Tage- Hervorheben der Unterschiede im Vergleich zu der Schweiz

2. Posting, 12.07.2014, Meine Klasse & meine Ziele

Schüleranzahl, Verhältnis Mädchen/Jungen

Auffallendes in der Klasse: klein, unordentlich

Auffallendes bei Lehrperson: zeigt kein Interesse am Programm

-> meine abgeleiteten Ziele

Ziel 1: Dranbleiben (-> bereits im Text beantwortet)

Ziel 2: Beobachten: Wie wirkt die LP auf die SuS? Wie reagieren die SuS auf die LP? (-> kommt noch)

Ziel 3: Welche Unterschiede gibt es zur Schweiz? (-> siehe die nächsten zwei Postings!)

1. Posting, 12.07.2014, Informationen zur Schule

Land: Kanada, Stadt: Toronto

Infos zu Lage/Grösse der Schule Klassen und Pausenplatz


 Meine Fragestellung

10. Posting, 13.04.2015, Zusammenarbeit mit Eltern

- Häufiges Problem: Gegenseitige Schuldzuweisung

- Was muss eine Lehrperson beachten, um erfolgreich mit den Eltern kooperieren zu können?

9. Posting, 13.04.2015, kurzer Rückblich & kurze Vorschau

Bachelorarbeit "ADHS im Schulalltag", 6 thematische Schwerpunkte im Theorieteil

Welcher wichtiger Bereich wurde ausgeklammert? -> Elternarbeit

8. Posting, 07.04.2014, Literarisch-historischer Rückblick

AD(H)S in der Kinderliteratur (Struwwelpeter-Geschichten, Pippi Langstrumpf, Michel von Lönneberga, Pumuckel, Kater Findus)

Verstorbene berühmte Persönlichkeiten mit ADHS

7. Posting, 03.04.2014, ADHS- Eine Modeerscheinung?

Häufigere Diagnose zurückzuführen auf:

 -> Fortschritt der Wissenschaft/ Aufklärung/ gestiegenes öffentliches Interesse

Keine Zunahme der ADHS, aber oft  fehlende Kompensationsmöglichkeiten:

-> fehlende Bewegung/ Reizüberflutung/ Leistungsgesellschaft/ mangelnde Struktur

    in  Familie/ individualisierte Gesellschaft

6. Posting, 31.03.2014, Stärken eines ADHS-Kindes

Kurzer Rückblick auf die bisherigen Postings

Positive Eigenschaften und Stärken von ADHS-Kindern

Kritisches Hinterfragen eines defizitorientierten Ansatzes

Konsequenzen für mich als LP

5. Posting, 23.03.2014, Therapiemöglichkeiten

Multimodaler Behandlungsansatz

Verschiedene Therapie-/Förderungsangebote

Spezifische Erläuterung zu: Beratung/Aufklärung, Verhaltenstherapie, Medikamentöse Behandlung

4. Posting, 9.03.2014, Häufigkeit
ADHS-Häufigkeit allgemein

Jungen häufiger von ADHS betroffen als Mädchen, aber warum?

-> verschiedene Erklärungsansätze

Jungen und Mädchen gleichermassen von ADHS betroffen?

-> Konsequenzen für Mädchen bei fehlender Diagnose

3. Posting, 30.01.2014, Wie entsteht eine ADHS?

Biopsychosoziale Modell zur Entstehung einer ADHS

               -> Erklärung & Erläuterung des Modells

Weitere diskutierte Ursachen für ADHS (Nikotin, Alkohol, Frühgeburt)

Zusammenfassung & Ausblick

2. Posting, 29.01.2014, ADHS vs. ADS

Kernmerkmale von ADHS:

  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Hyperaktivität
  • Impulsivität

(Anmerkung: Fallbeispiele dazu siehe Praktikum 1.Posting)

ADS als ruhiger, passiver und eher zurückhaltender Subtyp

Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV

1. Posting, 30.9.2013, Einleitung

- Kurze Einführung ins Thema

- Persönliche Erfahrungen und daraus abgeleitete Fragestellungen:

  • Wie entsteht ADHS?
  • Wann wird ADHS diagnostiziert?
  • Wie kann man diese Krankheit behandeln? Ritalin? Alternative Möglichkeiten
  •  Ist es überhaupt eine Krankheit oder eine fabrizierte Erkrankung der heutigen Zeit?

- Begründung der Themenwahl


 Differenzieren

4. Posting, 29.04.2014, Niveaudifferenzierung

Beispiel für eine Niveaudifferenzierung im Fachbereich Mathematik

- > 1. Klasse, Thema: Geldbeträge

3. Posting, 25.02.2014, Heterogenität- Inklusion
Integration vs. Inklusion

Gründe für und gegen Inklusion in der Schule (Ergänzungen zum Film)

Schlussfolgerungen

2. Posting, 11.11.2013, Innere Differenzierung II

Persönliches Beispiel: „Differenzierung während einer M&U Lektion zum Thema landwirtschaftliche Maschinen“ -> Unterrichtsarrangement auf Niveau 3 und 4

1. Posting, 11.11.2013, Innere Differenzierung I

Beispiel aus dem Praktikum:„Umgang mit Heterogenität durch zusätzliche Rechenaufgaben mit hohen Zahlen“ -> Unterrichtsarrangement auf Niveau 2


 Praktikum

1. Posting, 30.01.2014, Praxisbeispiele zu den Kernmerkmalen einer AD(H)S

Unaufmerksamkeit am Fallbeispiel Adrian

Impulsivität am Fallbeispiel Léon

Hyperaktivität am Fallbeispiel Selina

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Selbstbestimmtes Praktikum

1.Posting, 13.09.2014, Skilager

Beschreibung des Praktikumsortes und des Arbeitseinsatzes

Das Skilager fand mit einer fünften und sechsten Klasse in der Lenzerheide statt. Insgesamt nahmen 38 Kinder an dem Lager teil. Meine Aufgabe war es, als Snowboardleiterin eine Gruppe zu übernehmen, sie zu fördern, zu betreuen und den Kindern Freude und Spass am Wintersport zu vermitteln. Letzteres war gerade zu Beginn der Woche eine Herausforderung, da ich die schwächere Snowboardgruppe übernommen hatte.

 Eigentlich hatten die Kinder die Vorgabe gehabt, dass sie nur dann mit dem Snowboard anreisen durften, wenn sie davor auch einen Kurs absolviert hatten. Ich ging also davon aus, dass Lift fahren, Bremsen können und Kurven fahren zu den Grundkenntnissen gehören, die diese Kinder nach dem Kurs sicherlich beherrschen mussten. Dem war leider nicht so. Zwar beteuerten alle Kinder in meiner Gruppe, dass sie einen Kurs gemacht hatten, doch schon beim ersten Schlepplift dauerte es über eine Stunde, bis alle Kinder oben ankamen. Nach der ersten Abfahrt stellte sich heraus, wie heterogen die Gruppe in ihrem Können war und dass AnfängerIn nicht gleich AnfängerIn heisst. Während die einen halbwegs sicher die Piste runter rutschen und ein wenig Kurven fahren konnten, steckten zwei andere Kinder alle paar Meter wieder im Tiefschnee fest. Die ersten gemeinsamen Fahrten waren generell mit sehr vielen Stürzen und Tränen verbunden. Auch die Frustrationsgrenze war schnell erreicht– sowohl bei den Gestürzten als auch bei den Kindern, die warten mussten, bis die Gruppe wieder komplett war. Doch durch viel guten Zuspruch und ein wenig Hilfe meinerseits konnte ich die Motivation der Kinder immer wieder wecken. Und wie heisst es so schön: Übung macht den Meister! Die Stürze wurden von Tag zu Tag immer weniger, die Kinder immer sicherer auf ihren Brettern und die Freude und der Stolz am eigenen Können wuchs.

 

Neben dem täglichen Training auf der Piste, war ich auch beim restlichen Tages- und Abendprogramm sowie bei diversen Aktivitäten und Spielen ständig dabei. Beispielsweise habe ich einmal mit den Kindern einen kleinen „Schanzenpark“ am Hang vor dem Haus gebaut, sodass die guten Ski- und SnowboardfahrerInnen ihr Können zeigen konnten. Mit Begeisterung waren die Kinder beim Bauen dabei und sie konnten es kaum noch abwarten, die Sprünge auszuprobieren. Weiters habe ich mit den Kindern einen Schneemann gebaut, wir sind spazieren gegangen oder ich habe mit ihnen am Abend das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ gespielt. Von diesem Spiel waren sie so begeistert, dass mir ein Klassenlehrer noch Monate danach davon berichtete, dass es der „Hit“ sei und die Kinder es in jeder Pause spielen würden.

 

 

Lernziele im Praktikum und Zielerreichung bezüglich Führung

Da ich bei meinen bisherigen Praktika an der PH noch keine Erfahrungen im Umgang mit Fünft- und Sechstklässlern gesammelt habe, war es bei diesem selbstbestimmten Praktikum mein primäres Lernziel Kontakt zu Kindern dieser Altersgruppe zu haben. Ich habe gemerkt, dass mir auch die Arbeit mit dieser Altersstufe grosse Freude bereitet und dass mich meine Gruppe gleich als Leiterin akzeptiert und wahrgenommen hat. Obwohl ich ihnen mehrmals das, meiner Meinung nach, im Lager akzeptable „Du“ angeboten habe, sprachen mich fast alle Kinder am Schluss noch mit „Sie“ an. Ich denke dies zeigt, dass sie mir respektvoll gegenübergetreten sind und mich als Führungsperson ernst genommen haben.

Ein weiteres Ziel war es, bei diesem Praktikum Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen und die Kinder sicher durch die Woche zu begleiten. Auch dies ist mir ohne besondere Zwischenfälle gelungen.

 

Das Skilager hat mir sehr gut gefallen und es war schön, die täglichen Fortschritte der Kinder zu sehen. Jederzeit würde ich wieder als Leiterin an einem Lager teilnehmen, denn ich finde  es eine tolle Erfahrung, SuS bei Ausflügen/Lagern auch einmal ausserhalb des Klassenzimmers zu erleben und kennenzulernen.

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FAP

5.Posting, 18.08.2014, Dokumentation & Feedback

Dieses Posting gibt noch einen kurzen Einblick in einige Lektionen, die ich während meinem FAP übernehmen durfte. Weiters ist  noch ein kurzes Feedback meiner Praktikumslehrperson angehängt. Ich rechne es ihr hoch an, dass sie mich - trotz einem schwierigen Start - fair bewertet hat. Leider habe ich diesbezüglich auch schon die gegenteilige Erfahrung gemacht. Dies zeigt mir wiederum, dass meine Praktikumslehrperson eine wichtige Lehrerkompetenz besitzt, nämlich Objektivität.

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Differenzieren

4. Posting, 29.04.2014, Niveaudifferenzierung

Im letzten Seminar habe ich mit einer Studienkollegin eine Niveau-Differenzierung für eine erste Klasse zum Thema „Geld“ im Fach Mathematik geplant (siehe Anhang).

Im Nachhinein fällt mir beim Betrachten dieser Lektion auf, dass es mehr ein Schwierigkeitsaufbau mit verschiedenen Aufgaben ist. Eigentlich hätte man bei der ersten Aufgabe auf der enaktiven Ebene bleiben und hier bereits die Niveaudifferenzierung durchführen können. D.h., dass nicht alle Kinder etwas anderes machen, sondern alle während einer Lektion handelnd, in Partnerarbeit tätig sind. Man hätte diese Handlung erschweren können, indem man nach dem Bezahlen mit ganzen Beträgen (Niveau 1) und Rappen (Niveau 2), das Niveau so erhöht, dass die Kinder dem Partner einen Betrag geben bei dem ein Rückgeld erforderlich wird (Niveau 3). Somit bleibt man auf der handelnden Ebene und die Erschwerung bezieht nun auch den „Verkäufer“ mehr mit ein (übernimmt nicht mehr nur die Kontrolle, sondern rechnet das Rückgeld aus).

Wie die Differenzierung schlussendlich aber in der Klasse erfolgt, hängt immer von dem Können der einzelnen SuS ab. Die oben beschriebenen Aufgaben auf der enaktiven Ebene machen bei einem Kind, das diese Aufgaben schon kann, keinen Sinn. Hier wäre es wichtig, ihm weiterführende Aufgaben auf der ikonischen Ebene anzubieten (siehe geplante Niveaudifferenzierung im Anhang).

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Eigene Fragestellung

10. Posting, 13.04.2015, Zusammenarbeit mit Eltern I

Lehrpersonen können im täglichen Umgang mit einem ADHS-Kind schnell an ihre physischen wie psychischen Grenzen gelangen. Nicht selten kommt es bei einer Überforderung zu dem „Wer-ist-Schuld“-Spiel. Wenn die Unterrichtsbemühungen nicht so recht fruchten, kann es passieren, dass eine Lehrperson nach Mängeln im Elternhaus sucht. Sie kritisiert dann die Eltern des Kindes und meint, dass sie die Verantwortung gegenüber dem Kind nicht oder nur unzureichend wahrnehmen. Sie sieht in der schlechten Erziehung die Ursache für das Verhalten des Kindes. Die Eltern machen wiederum die Lehrperson für das Scheitern in der Schule und diverse Probleme verantwortlich. Sie kritisieren den Unterricht, sehen die Lehrperson als inkompetent an und ergreifen für ihr Kind Partei (Bonney 2012, S. 97, S. 100; Born & Oehler 2011, S. 122; Lauth & Naumann 2009, S. 46).

Solche gegensätzlichen Meinungen von Elternhaus und Lehrperson können zum Nachteil des Kindes in einer eskalierenden Streitsituation münden (Bonney 2012, S. 81). Dem Kind wird dadurch nicht geholfen, und die Energie der Beteiligten an völlig falscher Stelle eingesetzt. Es wird hier deutlich, dass die Probleme bei der Förderung von Kindern mit ADHS nicht mit Einzelkämpfer-Einsatz gelöst werden sollten, da Lehrkräfte nur eingeschränkte Erfolge erzielen können, wenn sie mit ihren Kenntnissen und einem ADHS-Kind alleine bleiben (Bonney 2012, S. 96; Nathrath & Wölfl 2006, S. 65).

Um gegenseitige Schuldzuweisungen zu verhindern ist es hilfreich, wenn Eltern und Lehrpersonen miteinander kooperieren, ins Gespräch kommen und sich ihrer Sorgen bewusst werden. Gemeinsam muss nach Strategien gesucht werden, um einen für das Kind Erfolg versprechenden Weg zu finden. Solch eine Zusammenarbeit mag zunächst einfach klingen, aber für eine Lehrperson gibt es hier eine Menge zu beachten:

 

  • Eltern eines ADHS-Kindes sind nicht gleich Eltern eines ADHS-Kindes (keine homogene Gruppe!). Daher sollte eine Lehrperson zunächst klären, welche konkreten Probleme in der Familie mit dem Kind bestehen und wie der Informationsstand der Eltern über ADHS ist (Nathrath & Wölfl 2006, S. 65).
  • Die Lehrperson sollte vermeiden nur Negatives aus der Schule zu berichten und die Eltern mit Klagen zu überfallen. Für die Eltern ist dies wenig hilfreich und sie entwickeln starke Schuldgefühle oder sogar Aggressionen. Vielmehr sollte eine Lehrperson zeigen, dass sie gut über die ADHS-Problematik informiert ist und das Kind nicht als „faul“, bockig und schlecht erzogen ablehnt. Das schafft Entlastung und baut ein Klima auf, in dem Eltern unterstützend wirken können (vgl. Krowatschek 2001, S. 130; Stark-Städele 2005, S. 91f).
  • Die Lehrperson sollte den Einfluss ihres eigenen Unterrichts in Bezug auf das Verhalten und Lernen eines ADHS-Kindes sehen. Dies macht sie handlungsfähiger und sie kann den Unterricht eher auf das ADHS-Kind ausrichten (Lauth & Naumann 2009, S. 46)
  • Die Lehrperson sollte das Gespräch vorurteilsfrei und vorwurfsfrei führen, Verständnis für die Schwierigkeiten zeigen und die Botschaft vermitteln: „Ich weiss, dass es für Ihre Familie nicht leicht ist. Wie kann ich Sie unterstützen? Was kann ich zu Ihrer Entlastung tun?“ (Nathrath & Wölfl 2006, S. 66)
  • Die Lehrperson sollte den Eltern ihre pädagogischen Ziele in Bezug auf die Arbeit mit dem ADHS-Kind transparent machen und die konkrete Unterstützung, Hilfe bzw. Zusammenarbeit der Eltern einfordern (ebd.).
  • Die Lehrperson sollte ihre Strategien den Eltern für zu Hause zum ausprobieren anbieten, sich aber auch für die Lösungsmodelle der Eltern interessieren (ebd.). Von Seiten der Lehrperson sollte Offenheit bestehen für Vorschläge der Eltern, welche Massnahmen dem Kind den Unterricht erleichtern können (ebd.; Stark-Städele 2005, S. 92)
  • Die Lehrperson sollte für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ein hohes Mass an Verständnis und Empathie aufbringen (Nathrath & Wölfl 2006, S. 65f; Krowatschek 2001, S. 113).
  • Die Lehrperson und die Eltern sollten sich bewusst sein, dass Schule und Elternhaus zwei unterschiedliche Umgebungen sind und das ADHS-Kind nicht an beiden Orten gleichzeitig Probleme haben muss (Lauth & Naumann 2009, S. 46)

 

Diese, aus der Fachliteratur zusammengetragenen Aspekte, zeigen allgemein auf, was die Lehrperson bei einem Gespräch/ der Gesprächsführung beachten sollte. Wie jedoch die Eltern eines ADHS-Kindes konkret mitarbeiten können und die Lehrperson unterstützen können, wird im nächsten Posting näher thematisiert.

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Praktikum

Posting 1, 30.01.2014, Praxisbeispiele zu den Kernmerkmalen einer AD(H)S

Während diversen Praktikumseinsätzen begegnete ich immer wieder Kindern, bei denen eine AD(H)S diagnostiziert wurde. In den nachfolgenden Postings möchte ich meine Beobachtungen aus der Praxis schildern, die ich zu den Kernmerkmalen „Unaufmerksamkeit“, „Hyperaktivität“ und „Impulsivität“ gemacht habe und diese mit der Fachliteratur in Verbindung bringen. Weiteres Ziel der angeführten Beispiele soll es zudem sein, die Bandbreite der Symptomatik bei AD(H)S Kindern aufzuzeigen.


Unaufmerksamkeit

In meinem letzten Praktikum lernte ich Adrian*, einen neunjährigen Jungen mit ADS kennen. Bei meinen Beobachtungen fiel mir sofort auf, dass bei Adrian alles etwas verzögert und verlangsamt stattfand. So sass er oft am Platz und wirkte, wenn die Lehrerin der Klasse einen Arbeitsauftrag erteilte, völlig plan- und ahnungslos. Während die anderen Kinder sich schon längst mit den Aufgaben beschäftigten, sass Adrian auf seinem Stuhl und spielte mit einem Stift oder Lineal herum. Schlussendlich verlief es immer gleich: Die Lehrerin musste zu ihm hingehen, ihm den Auftrag nochmals erklären und mit ihm gemeinsam eine Aufgabe beginnen. Meist konnte Adrian dann die Aufgaben lösen, doch dafür brauchte er sehr lange, da es ihm schwer fiel, an einer Arbeit konzentriert dranzubleiben und er viele Pausen einlegen musste. Dann schaute er in der Klasse herum, beobachtete die anderen Kinder oder starrte vor sich hin und driftete in eine Traumwelt ab. Die Lehrerin musste ihn dann ständig zur Weiterarbeit auffordern, denn ohne diese Kontrolle und Aufsicht wäre er nie fertig geworden. Auch ausserhalb des Klassenzimmers verlief bei Adrian alles etwas langsamer. So trödelte er immer beim Anziehen in der Garderobe, sodass er sogar einmal den Schulbus verpasste und die Lehrerin ihn nach Hause fahren musste.

Im Nachhinein fällt mir auf, dass Adrian ein sehr typisches Verhalten eines ADS Kindes aufzeigte und die im Posting 2 beschriebenen Eigenschaften wie „verträumt“ und „passiv“ bei ihm deutlich zum Vorschein kamen.

Als ich meine Mensch und Umwelt Lektionen zum Thema „Bauernhof“ hatte, hielt ich mir im Hinterkopf, ein besonderes Auge auf Adrian zu werfen. Doch dieser Junge überraschte mich völlig. Er war während meinen Lektionen sehr präsent, arbeitete aktiv mit und meldete sich bei Fragen ständig zu Wort. Sein Interesse an dem Thema „Bauernhof“ war enorm, was auch darauf zurückzuführen ist, dass er selbst auf einem Bauernhof aufwuchs.

Sein Verhalten bestätigte mir eine in der Fachliteratur stehende Aussage. In dieser heisst es, dass eine Aufmerksamkeitsstörung nicht bedeutet, dass sich die Kinder grundsätzlich nicht konzentrieren können. Es kann durchaus Situationen geben, in denen sie ausdauernd und motiviert bei der Sache sind. Dies sind oft Beschäftigungen, bei denen eine hohe Eigenmotivation vorliegt. Manchmal sind AD(H)S Kinder dann sogar in der Lage zu „hyperfokussieren“, d.h. alles um sich herum auszublenden und sich sehr stark auf eine Sache zu konzentrieren (vgl. Born; Oehler 2011, S. 28f).

Bei Adrian war dies beim Thema „Bauernhof“ definitiv der Fall und ich habe mich über seine Begeisterung für dieses Thema und seine Mitarbeit sehr gefreut.

 

 

Impulsivität

Erst kürzlich war ich als Snowboardleiterin in einem Skilager mit einer fünften und sechsten Klasse. Beim Frühstück, Mittagessen und Abendprogramm stach ein Sechstklässler besonders hervor – Léon*. Ständig war er in irgendwelchen Streitereien verwickelt und er musste am Tisch des Öfteren ermahnt, ja manchmal sogar hinausgeschickt werden. Sein Lehrer erklärte mir dann, dass Léon ADHS habe und selbst für die tägliche und  regelmässige Einnahme seiner Ritalin-Tabletten verantwortlich sei. Leider dachte Léon jedoch nicht immer daran und man erkannte sofort, wann er sein Ritalin vergessen hatte. Dann war er besonders gereizt und ein falsches Wort von einem anderen Kind oder ein kleinster Anlass brachten ihm zum ausrasten. Er konnte dann richtig laut werden, die wüstesten Schimpfworte rausschreien und auf andere Kinder unkontrolliert drauf los gehen. Ebenfalls fiel er dadurch auf, dass er ständig hineinredete, wenn die Lehrperson nach dem Essen den Kindern den weiteren Tagesablauf erklären wollte.

Seine Impulsivität zeigte sich auch beim Skifahren, jedoch auf eine etwas andere Art und Weise. Sein Leiter berichtete beim Essen immer wieder davon, dass Léon zwar gut fahren kann, jedoch die Gefahren total unterschätzt und sehr risikofreudig unterwegs sei. Ständig musste Léon vom Leiter darauf hingewiesen bzw. ermahnt werden, ihn nicht zu überholen, ihm schön nachzufahren und nicht einfach die Pisten runter zu rasen. Für den Gruppenleiter war es sehr mühsam, da Léon die Regeln eher weniger befolgte.

Bei diesem Kind wird das impulsive Verhalten klar deutlich. Vor allem das Nichtabwarten können und das Unterbrechen wurden im zweiten Posting als charakteristische Anzeichen für Impulsivität angeführt. Ebenfalls ist der Zusammenhang von ADHS und Aggressionen in der Literatur gut belegt. Die Schwierigkeiten, die diesbezüglich am häufigsten mit einer ADHS verbunden sind, sind das Nichtbefolgen von Regeln, die durch Autoritäten (z.B. Lehrperson) aufgestellt werden; Stimmungswechsel und Launenhaftigkeit sowie Streitsüchtigkeit und verbale Feindseligkeit (Gawrilow 2009, S. 12f). Das aggressive Verhalten ist den komorbiden Störungen zuzuordnen (siehe Posting 3 -> psychosoziales Modell). Dabei handelt es sich um Störungen, die neben den Kernsymptomen einer ADHS auftreten. Nach Gawrilow (2009, S. 15) gehören dazu neben internalisierenden Störungen wie Angst und Depressivität auch externalisierende Verhaltensstörungen mit aggressiven und dissozialen Symptomen. Aggressivität und Dissozialität zeigt sich z.B. dadurch, dass Kinder mit ADHS ihre Peers häufiger ärgern, als Kinder ohne ADHS (ebd.). Bei Léon war diese komorbide Störung sehr gut erkennbar, denn ständig kam ein Kind, das davon berichtete, Léon habe ihm dies und jenes kaputt gemacht oder versteckt. Ich denke, dass dieses Verhalten von Léon sein Leben, aber auch das seiner Mitmenschen zusätzlich erschwert. Im Posting 3 habe ich vom sogenannten Teufelskreis geschrieben, welcher meiner Meinung nach in diesem Praxisbeispiel aufgezeigt wird. Der Teufelskreis besteht hier darin, dass Léon hauptsächlich negativ auffällt, er sich gewissermassen in einer „Abwärtsspirale“ befindet und sich dadurch die Beziehung zu seinen Mitmenschen bzw. Klassenkameraden zunehmend verschlechtert.

 

 

Hyperaktivität

Selina* war ein 9-jähriges Mädchen aus meiner letzten Praktikumsklasse. Bei ihr wurde ADHS diagnostiziert und weil sie extrem unruhig war und sich nicht konzentrieren konnte, musste sie täglich Ritalin einnehmen. Dieses Medikament wirkte bei ihr so, dass das normalerweise sehr quirlige Mädchen am Vormittag völlig weggetreten die Klasse betrat. Während den Unterrichtslektionen sass sie zwar ruhig am Platz, ihr Blick war aber schläfrig und sie redete kaum mit den anderen Kindern. Auch meldete sie sich bei Fragen von Seiten der Lehrperson nie zu Wort. Ihr Verhalten und ihre Gestik/Mimik passten überhaupt nicht mehr zu diesem angeblich so lebhaften Mädchen. Es schien mir manchmal so, als wäre sie in einem fremden Körper gefangen.

Wenn es jedoch Nachmittag wurde, liess die Wirkung des Medikaments allmählich nach. Dann kam immer mehr von der eigentlichen Selina zum Vorschein. Zum ersten Mal aufgefallen ist mir dies während der ersten Handarbeitslektion. Selina war mit ihrer Arbeit noch weit zurück, weswegen die Lehrerin mich bat, mich neben sie zu setzen und darauf zu achten, dass sie auch wirklich bei der Arbeit dranbleibt. Kaum hatte ich mich hingesetzt, plapperte sie wie ein Wasserfall drauflos. Völlig überrascht, dass aus diesem ansonsten so unscheinbaren und ruhigen Mädchen so viele Worte sprudelten hörte ich ihr zunächst aufmerksam und interessiert zu. Doch schnell bemerkte ich, dass kein Ende ihrer Erzählung in Sicht war, weswegen ich versuchte ihren Redefluss zu bremsen indem ich sagte, sie solle weiterarbeiten und sie könne es mir ja in der Pause erzählen. Selina widmete sich wieder ihrer Arbeit, doch nach nicht einmal einer Minute, blickte sie mich wieder an. „Was machst du da?“, fragte sie mich neugierig. Die Lehrerin hatte mir zuvor ein Handarbeitsheft gegeben, welches ich mir durchschauen wollte. Ich hatte gerade einmal die erste Seite aufgeschlagen, schon waren die Finger von Selina im Heft und sie zeigte auf die verschiedenen Abbildungen und kommentierte sie. Da ich bemerkte, wie sehr es sie ablenkte, legte ich es weg und sagte, dass sie ja heute noch ihre Arbeit fertig machen muss und wir jetzt da weitermachen. Ich sass also neben ihr und beobachtete sie weiter. Sie war sehr unruhig, rutschte auf dem Stuhl hin und her, sah mich immer wieder an und wollte mir ständig etwas erzählen. Ich flüsterte ihr dann zu: „Du kannst es mir in der Pause erzählen“, und für eine sehr kurze Zeitspanne arbeitete sie dann wieder weiter. Doch dann sah sie wieder irgendetwas bei einem anderen Kind, sprang von ihrem Stuhl auf und lief zu dem anderen Kind oder sie hörte, wie die Lehrerin mit einem Mitschüler sprach und lieft dann interessiert rüber, um mitzuhören, was denn da geredet wurde. Ich holte sie dann immer wieder zurück, was nach einiger Zeit sehr nervenraubend war. Selina zeigte hier mit dem ständigen Reden, dem Herumlaufen und dem unruhigen Sitzen ein typisches hyperaktives Verhalten (siehe Posting 2). Ebenfalls fällt auf, dass sie sehr unkonzentriert bei der eigentlichen Aufgabe war und sich schnell ablenken liess, was wiederum auf die Unaufmerksamkeit hinweist.   

Doch als dann die Pausenglocke läutete, geschah etwas, das mich total verwunderte und überraschte. Selina wollte nicht in die Pause, sondern am Platz sitzenbleiben und weiterarbeiten. Ich ging zu der Lehrerin und berichtete ihr davon. Diese erklärte mir, dass das schon in Ordnung sei und Selina oft in der Pause hierbleibt, weil sie sich, wenn es absolut ruhig ist, auch besser konzentrieren kann und sich nicht so leicht ablenken lässt. Ich war beeindruckt, als ich Selina zusah, wie sie freiwillig die ganze Pause ruhig und konzentriert arbeitete.

 

* Namen der Kinder geändert

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Comments

Andrea Christen
17 February 2014, 8:04 AM

Liebe Frau Grabner, Ihr 3. Posting ist ausgezeichnet. Sie bringen die wesentlichen Hintergründe auf dem neusten Stand auf den Punkt.

Eine Bitte: können Sie die Postings so anordnen, dass man immer nur 1 Posting auf der Ansichtenseiten sieht, (also nicht nach unten scrollen muss), und die anderen Postings "dahinter" zum Hinblättern liegen?

Herzlich A. Christen

Andrea Christen
17 February 2014, 8:05 AM

Liebe Frau Grabner, Ihr 3. Posting ist ausgezeichnet. Sie bringen die wesentlichen Hintergründe auf dem neusten Stand auf den Punkt.

Eine Bitte: können Sie die Postings so anordnen, dass man immer nur 1 Posting auf der Ansichtenseiten sieht, (also nicht nach unten scrollen muss), und die anderen Postings "dahinter" zum Hinblättern liegen?

Herzlich A. Christen

Andrea Christen
17 February 2014, 8:11 AM

Auch ihr 2. und 1. Posting ist ausgezeichnet. Ebenso die Angaben zur Literatur und der Block mit den Hauptpunkten. Leider kann ich nicht überall an die Feedbackfunktion heran. Wir müssen "technisch" noch schauen, dass das besser geht.

Herzlich A. Christen

Andrea Christen
11 March 2014, 10:51 AM

Eine Frage: ist es möglich, die Zeilenabstände bei der Übersicht deutlich zu verringern, sodass man sich in der Übersicht rascher einen Überblick verschaffen kann (mit weniger lang scrollen)?

Andrea Christen
16 June 2014, 4:00 PM

Liebe Frau Grabner, ich habe soeben Ihr gesamtes E-Portfolio einmal durchgelesen und mir dazu ein Mindmap erstellt. Ihr E-Portfolio "kommt tipp-topp daher". Die 8 Postings zu Ihrer Fragestellung sind inhaltlich sehr dicht verfasst, man kann beim Lesen Vieles lernen. Auch die Beiträge zur Differenzierung sind praxisnah, sehr konkret und vielfältig (3. Klasse Zusatzaufgabe; M& U: landwirtschaftliche Geräte; Inklusion: pro/contra; Niveaudifferenzierung). Auch mit den Praktikumsbeiträgen haben Sie gut begonnen. Kurzum: ein sehr gutes E-Portfolio. Nun fehlen noch die Felder "Selbstbestimmtes Praktikum" sowie "FAP", dann ist es, was die Themenfelder anbelangt, komplett, denn auch die Felder "Profilinfo"; "Mentorin", "Literatur" und "Überblick Postings" sind vorhanden und tipp-topp ausgefüllt.
Sie machen das prima! Herzlich, von hier nach dort A. Christen

Andrea Christen
20 April 2015, 11:14 AM

Liebe Frau Grabner, ich notiere hier wieder einmal zur Übersicht, dass ihr Portfolio stark an Umfang gewachsen ist und inhaltlich tipp-topp daherkommt. Das sieht man nun gar nicht mehr richtig, da Ihre Postings und meine Kommentare sich nun hinter den einzelen Beiträgen "verstecken".
Noch ein herzlicher Gruss A. Christen

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