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Mentorin

Meine Mentorin ist Frau Christen. Lächelnd

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Übersicht - Eigene Fragestellung

 

1) Themenwahl
1. Eigene Erfahrung
2. Erfahrung Nachhilfe-Schülerin
 
2) Was ist Prüfungsangst eigentlich?
1. Definition Zech (1977)
2. Ursachen 
a) Definition Beidel
b) Definition Weiss
 
3) Was ist Angst?
1. Angst Definition Kast (2009)
2. Angststörungen
3. Prüfungsangst als Panikstörung
4. Angst als Schutzmechanismus
 
4) Epidemiologie
1. Definition - Epidemiologie
2. Häufigkeit
3. Faktoren
 
5) Faktoren, die Ängstlichkeit begünstigen
1. Ängstlichkeit im familiären Umfeld
2. häufige negative Rückmeldung der Eltern
3. Modellernen
4. operantes Konditionieren in Angstsitutionen
5. überbehütendes Verhalten
 
6) Grad der Störungsausprägung
1. Kurzzeitige und Langzeit- Konsequenzen
2. sehr prüfungsängstiche Kinder
3. wenig prüfungsängstliche Kinder
4. Verringerung durch Einstellungswandel
 
7) Mögliche Ursachen I
1. Schule als Hauptgrund für belastendes Stresserleben
2. Anerkennung und Akzeptanz Gleichaltriger 
3. elterliche Sanktionen
 
8) Mögliche Ursachen II
1. Angsttheorie (Modell) Seligman
2. Attribuierung
3. vorteilhaftes / ungünstiges Attributionsmuster 
 
9) Prüfungsangst auf spezifische schulische Leistungen bezogen
1. Zusammenhang von Angst und Leistung
2. drei Manifestationsebenen der Angst: kognitive, physiologische, emotionale Ebene
3. Kognitive Ebene: exekutive Funktion
4. leistungsmindernde Auswirkungen
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Prozessablauf

Legende: P = Prüfungsangst/ D= Differenzieren

3o. September 2013

Heute habe ich mich für mein Thema entschieden. Glücklicherweise fiel mir die Entscheidung nicht allzu schwer.  Meine Mentorin erwähnte, dass das Thema etwas mit uns persönlich zu tun haben sollte, da wir uns über einen langen Zeitraum damit auseinander setzten. So kam ich relativ schnell auf das Thema: Prüfungsangst.

Mit Hilfe von Frau Christen habe ich im Internet nach guter Literatur gesucht und im Laufe der Lektion wurden wir auch teilweise fündig.

09. November 2013 (1 D)

Heute habe ich einen Eintrag für den Bereich Differenzieren - Unterrichtsarrangement geschrieben. Ich habe mich mit den Erfahrungen aus meinem 4. Praktikum auseinander gesetzt und darüber geschrieben.

10. November 2013

Da ich noch am Beginn meiner Fragestellung bin, musste ich mir zuerst genügend Lektüre anschaffen. Frau Christen hat mir dabei geholfen. Sie hat mir 2 Bücher ausgeliehen, welche ich heute zuerst einscannen musste. Dies dauerte ziemlich lange, da die Kapitel ausführlich sind. Ich werde demnächst in diese Kapitel hineinschnuppern. Ausserdem habe ich mich bei Amazon (auch mit Hilfe von Frau Christen) eine Bachelorarbeit über Prüfungsangst bestellt.

18. November 2013 (1 P)

Ich habe heute den ersten Eintrag für meine eigene Fragestellung erstellt. Mein erster Eintrag handelt um meine persönliche Erfahrung mit Prüfungsangst und weshalb ich gerade dieses Thema ausgewählt habe.

24. Februar 2014 (2 P)

Heute habe ich mich mit dem Text von Kai Schnabel auseinandergesetzt und einen weiteren Eintrag zu meiner Fragestellung (Definition) verfasst.

2. März 2014 (3 P)

Um wirklich zu verstehen was Prüfungsangst ist, habe ich ein Posting über den Begriff "Angst" allgemein gemacht. Ausserdem habe ich ein Literaturverzeichnis angelegt.

3. März 2014 (4 P)

Heute habe ich ein Posting zur Epidemiologie geschrieben und das Literaturverzeichnis ergenzt.

9. März 2014 (5 P)

Das familiäre Umfeld kann zum Verständnis für die Ursache von Prüfungsangst dienen. Deshalb habe ich heute darüber geschrieben. 

10. März 2014 (2 D)
Heute habe ich ein Posting für den Bereich "Differenzieren" verfasst. 

15. März 2014 (3 D)

Für den Bereich "Differenzieren" habe ich heute mein drittes Posting zum Thema Heterogenität in der Schule gepostet. 

17. März 2014 (6 P)

Heute habe ich für meine eigene Fragestellung das Posting "Grad der Störungsausprägung" geschrieben. 

23. März 2014 (7P)

Um mehr über den Grund für Prüfungsangst zu erfahren, habe ich heute ein Posting über mögliche Ursachen erfasst.  

24. März 2014

Heute habe ich einen Eintrag zum Blog: Selbständiges Praktikum verfasst. 

31. März 2014 (8P)

Heute habe ich eine Weiterführung zum 7. Posting geschrieben. 

26. April 2014 (9P)

Frau Christen hat mir einen Artikel über "Prüfungsangst, Schulleistung und Lebensqualität bei Schülern" geschickt. Den habe ich gelesen und ein Posting dazu geschrieben. 

29. April 2014 (4D)

Heute habe ich das Posting, dass ich mit S.Trachsler im Seminar begonnen habe, fertig gestellt. 

16. Juli 2014

Für meinen Blog "FAP" habe ich zwei neue Einträge verfasst.  Die Lerznziele für mein FAP und einen Eintrag mit den Rahmenbedingungen meiner Gastschule. 

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Eigene Fragestellung - Prüfungsangst

9) Prüfungsangst auf spezifische schulische Leistungen bezogen

Ein/e Schüler/in ist meiner Meinung nach bereits genügend gestraft mit der Tatsache, dass sie/er unter Prüfungsangst leidet. Doch die Realität zeigt, dass dieser Umstand allein nicht das Schlimmste ist. Nicht selten erbringen die Schülerinnen und Schüler in einem spezifischen Fach schlechte Leistungen aufgrund ihrer Prüfungsangst. Anhand eines Beispiel im Bereich der Mathematik möchte ich aufzeigen, wie sich die Prüfungsangst auf ein spezifisches Fach im Unterricht auswirken kann.

Mazzone et al. (2007) konnten in einer Studie an acht bis 16 jährigen Schülerinnen und Schüler nachweisen, dass ein enger Zusammenhang von schulbezogenen Ängsten zwischen Angst und Leistung im Bereich der Schule besteht. Laut Seipp (1990) erhalten Kinder mit starker Prüfungsangst oft schlechtere Noten in der Schule und müssen häufiger die Klasse repetieren.

Die Äusserungsformen der Angst können unterschiedlich sein. Gemäss Rost und Schermer (1997) wird Primär in drei Manifestationsebenen der Angst unterschieden: die kognitive, die physiologische und die emotionale Ebene. Auf der kognitiven Ebene wirkt sich die Angst überwiegend negativ aus. Die Angstgefühle blockieren die höheren kognitiven Funktionen. Wobei die Angstgefühle vor allem die so genannten exekutiven Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Planungsfähigkeit, Monitoring (Überwachung), Hemmung, kogn. Flexibilität) beeinträchtigen. Die häufigsten Manifestationsebenen der physiologischen Angst sind beispielsweise: Übelkeit, starkes Schwitzen, Zittern und Herzklopfen. Auf der emotionalen Ebene korrelieren Angstgefühle oft mit negativen Emotionen (z.B. Traurigkeit und Schuldgefühl). Dies wird fast immer durch starkes Vermeidungsverhalten begleitet. Betroffene versuchen die angstauslösende Situation so gut wie möglich zu vermeiden. Bei prüfungsängstlichen Kindern bedeutet dies, dass alle Prüfungssituationen oder  prüfungsähnlichen Situationen gemieden werden. Dies kann so weit gehen, dass sogar „Hausaufgaben erledigen“ eine angsthervorrufende Situation darstellt und aktiv von der/dem Betroffenen vermieden wird. Das kann zusätzlich zu weiteren Wissenslücken führen. Leider hängt die Leistungsvermeidung auch (im negativen Sinne) mit der intrinsischen Motivation zusammen. (vgl. Pixner & Kaufmann, 2013)

Nach Pixner und  Kaufmann (2013) beginnt die Prüfungsangst oft sehr spezifisch und lässt sich nur mit bestimmten Fächern in bestimmten Situationen verbinden. Wie bereits oben beschrieben, wirkt sich die Prüfungsangst auch auf der kognitiven Ebene auf die exekutiven Funktionen (vor allem auf das Arbeitsgedächtnis) aus. Diese Stützfunktionen spielen beim Rechnen aber eine sehr wichtige Rolle. Ashcraft und Faust (1994) haben herausgefunden, dass Leute mit hoher Rechenangst vor allem Probleme bei Rechnungen mit zwei und mehrstelligen zahlen haben. Bei Rechnungen mit Zehnerüberschreitung zeigten die Versuchspersonen mit Rechenangst mehr Fehler und eine längere Reaktionszeit als Personen ohne Rechenangst auf. Unbeeinträchtigt war jedoch der Abruf von einstelligen arithmetischen Fakten (z.B. 5 + 2 = 7). Die leistungsmindernden Auswirkungen zeigen sich ins Besondere bei Aufgaben mit Zehnerüberschreitung (z.B. 24 + 49 = 73). Diese komplexere Aufgabe stellt eine hohe Herausforderung an die exekutiven Funktionen. Das lösen mehrstelliger Rechenaufgaben verlangt gutes prozedurales arithmetisches Wissen, welches einerseits gute Planungs- und Überwachungsfunktionen erfordert und andererseits hohe Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis stellt. Wie bereits oben erklärt, werden diese Aspekte der exekutiven Funktion durch übermässige Angst blockiert und können daher nicht in ihrer vollen Kapazität für die Rechenprozedur genutzt werden. (vgl. Pixner & Kaufmann, 2013)

Interessanterweise zeigen die Ergebnisse von Hembree (1990), dass in einigen Fällen eine effektive und gezielte Behandlung der Prüfungsangst die Rechenleistung der betroffenen Probanden positiv beeinflussen können.  (vgl. Pixner & Kaufmann, 2013)

Als Lehrperson ist es wichtig zu unterscheiden, ob ein/e Schüler/in eine Schwäche in einem spezifischen Fach aufweist oder durch Angst gehemmt wird. Wenn letzteres der Fall ist, sollte man unbedingt die Prüfungsangst „behandeln“ damit dem/der Schüler/in ein Erfolgserlebnis ermöglicht und die intrinsische Motivation gesteigert wird. 

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FAP

Teil II

Im letzten Posting zum Thema FAP habe ich das Thema Sicherheitsmassnahmen bereits kurz angeschnitten. In diesem Posting würde ich es gerne etwas ausführen. Mir war zu Beginn nicht klar, dass die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler in den Schulen von Kanada eine solche Priorität darstellte. Natürlich habe ich mich als Kind und Jugendliche immer sicher in der Schule gefühlt. Manchmal gab es Streit oder man wurde von einem/einer Mitschüler/inn unfair behandelt, aber für mich galt das zum Alltag und ich habe solchen Situationen keine weitere Beachtung gezollt. Irgendwo finde ich es natürlich, dass es Scherereien zwischen den Schülern gibt. Ganz selten, gab es vielleicht eine Ausschreitung bei den älteren Kindern, bei denen die Fäuste flogen aber ich hatte im Endeffekt immer das Gefühl, dass die Lehrer/innen und der Rektor alles im Griff hatten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Schule gewesen wäre, wenn ich mich nicht sicher gefühlt hätte. Die Schulen in Kanada sind in der Regel etwas grösser als unsere und auch wir haben durch die Medien viel über die Sicherheitslücken in amerikanischen Schulen erfahren. Am Anfang habe ich mich wie in einer Militärschule gefühlt. Mir taten die Kinder unglaublich leid und ich fand es schlimm, dass sie immer und überall in einer Reihe stehen mussten. Ausserdem empfand ich das als „Extra-Arbeit“ für eine Lehrperson, wenn sie die Schülerinnen und Schüller immer persönlich auf den Pausenplatz und zurück bringen musste. Meine Praktikumslehrperson hatte eigentlich nie Pause. Doch nachdem ich das Gespräch mit meiner Praktikumslehrperson gesucht habe, konnte ich die „militärischen Bedingungen“ etwas besser nachvollziehen. Anscheinend gab es einmal einen Vorfall mit einem älteren Kind auf der Jungen-Toilette , seitdem müssen die jüngeren Schülerinnen und Schüller immer zu zweit auf die Toilette, damit mehr Sicherheit gewehrleistet ist. Ausserdem sind in anderen Schulen Kinder von „Fremden“ nach dem Unterricht entführt worden. Um dies vorzubeugen, gehen die Lehrpersonen mit den Kindern zusammen hinaus und warten mit den Kindern so lange, bis jedes Einzelne von einem Elternteil abgeholt wurde. Ich denke ich fühle mich in einer schweizer Schule, wo die Sicherheitsmassnahmen nicht so hoch sind wohler aber ich kann mittlerweile auch nachvollziehen, weshalb man in Kanada vorsichtiger geworden ist.

Ein weiteres Thema, welches ich ansprechen möchte obwohl es sehr unterschiedlich zum Thema Sicherheitsmassnahmen ist, ist das Thema Fächer. Mir ist aufgefallen, dass viele Kinder der 2. Klasse bereits sehr gut lesen und schreiben konnten. Ausserdem waren sie auch relativ stark im Mathematikunterricht. Ich habe mich sehr gewundert, weil sie oft gar nicht so viel Stunden zeit am Tag hatten. Ich sass oft im Unterricht und wusste gar nicht in welchem Fach wir gerade waren. Teilweise gingen die Lektionen 30 Minuten und manchmal auch fast 90 Minuten. Der Morgen war so schnell vorüber, dass die Schülerinnen und Schüler teilweise zu gar nichts kamen. Mir ist dann aufgefallen, dass die Kinder öfters Mathematik, Englisch und M&U haben als unsere Kinder in der Schweiz. Dafür haben sie nur 1 -2 Lektion(en) Sport/Musik/Theater in der Woche. Ich finde es wichtig, dass Kinder auch genug Chancen erhalten ihre Kreativität zu fördern. Ich bin mir sicher, dass das auch das kognitive Wissen der Kinder stärken kann. Obwohl praktisch alles an der Schule gut geregelt und strikt war, waren es die Lektionen selten. Auch die Lehrpersonen haben in der Regel erst am Morgen 10 – 15 Minuten vor Schulbeginn die Lektionen „geplant“. Ich muss jedoch zugeben, dass meine Praktikumslehrperson gute Lektionen gemacht hatte, dies hat wahrscheinlich mit ihrer über 20 jährigen Erfahrung zu tun.

Ein weiterer Punkt der mich aufgefallen ist, war der Umstand, dass die Kinder ähnlich lernten wie die Kinder hier. Das Problem wurde von der Lehrperson erörtert und die Schülerinnen und Schüler versuchten das Problem gemeinsam oder auch einzeln zu lösen. Die Lehrperson unterschützte die Kinder mit differenzierten Hilfestellungen um der Lösung des Problems näher zu kommen. Sie servierte die Lösung den Schülerinnen und Schülern nicht auf einem Silbertablett, doch sie bot ihnen Hilfestellung bei der Bewältigung des „Problems“.

Zusammengefasst habe ich gemerkt, dass es sehr wohl Unterschiede in den Schulen der Schweiz und Kanada gab aber innerhalb des Unterrichts, sind die beiden Länder ungefähr auf demselben Niveau.

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Selbstbestimmtes Praktikum

Projekt Chanson - Meine Erfahrung

Mein selbständiges Praktikum habe ich im CHANSON (= Chancenförderung bei der Selektion) Projekt in St. Gallen im Schulhaus Schönenwegen absolviert. Das Projekt ist ein „Pilotprojekt“ mit dem Ziel, ungleiche Bildungschancen aufgrund der sozialen Herkunft zu reduzieren. Das Projekt ist ein intensives schulergänzendes Training, das neben der Vertiefung und Repetition von Fachinhalten in den Fächern Deutsch und Mathematik vor allem auch auf die Vermittlung von Lernstrategien fokussiert. Außerdem werden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bei ihren Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen unterstützt.

Konkret habe ich jeweils zwei Mal eine Deutsch- und Mathematiksequenz, Pausenspiele und Lernheft-Inputs vorbereitet. Insgesamt dauerte mein Einsatz zehn Samstagvormittage. Die meiste Zeit haben wir Studierenden jedoch auf die individuelle Unterstützung der Kinder verwendet. Total hatten wir dreizehn Schülerinnen und Schüler (alle in der 6. Klasse) aus drei verschiedenen Schulhäusern in St.Gallen. Die Studentenanzahl schwankte immer zwischen drei bis sechs Studierenden und die Begleitlehrperson war jedes Mal dabei.

Da das Projekt ein Pilotprojekt ist, hat es natürlich auch Verbesserungspotential und wir haben einige Zeit gebraucht, herauszufinden wo wir die Schwerpunkte setzen mussten. Beispielsweise haben wir herausgefunden, dass es in unserer Gruppe mehr Sinn machte, mehr Zeit auf die individuelle Arbeit der Schülerinnen und Schüler zu verwenden als vorgesehen. Insgesamt kann ich jedoch mit gutem Wissen und Gewissen behaupten, dass das Projekt eine grosse Stütze für die Kinder ist. Einerseits sind die Schülerinnen und Schüler hoch motiviert und andererseits kann man zu sechst sehr gut auf dreizehn Kinder eingehen. Am eindrücklichsten war für mich die Einzelarbeit mit ihnen. Vor allem, als ich die Chance bekommen habe, mit einem Kind für Mensch und Umwelt (Thema: Schweiz) zu lernen. Der Schüler kam mit unglaublich vielen Blättern mit Namen von Seen und Flüssen, Bergen, Kantonen und deren Hauptstädte. Um ehrlich zu sein, war ich selbst ein wenig überfordert. Der Junge und ich entschieden uns dafür, uns Schritt für Schritt durch das Thema zu arbeiten. Wir lernten die Namen der Flüsse und Co. zusammen und am Schluss fragte ich ihn ab. Jedes Mal wenn er Mühe hatte, versuchte ich für oder mit ihm eine Eselsbrücke zu schaffen. Wir waren beide verblüfft als wir nach einer Stunde bemerkten, dass er alle Namen der Seen, Flüsse usw. beherrschte. In diesem Moment, habe ich wirklich verstanden, für was das Projekt CHANSON steht. Der Samstagmorgen war kein weiterer Schultag sondern ersetzte die Abende, in denen die Eltern ihre Kinder bei ihren Hausaufgaben unterstützen sollten. Ich habe dem Jungen nichts Neues beigebracht sondern lediglich dabei geholfen, die Namen zu memorieren. Ich habe ihm höchstens eine neue Lernstrategie gezeigt.

Dieser Moment war für mich wie ein Schlüsselmoment. Natürlich ist die fachliche Kenntnis für den Aufbau von Wissen wichtig, aber genau so wichtig ist es mit den Schülerinnen und Schülern das Wissen zu festigen und dementsprechend mit ihnen zu üben/lernen. Natürlich kann man als Lehrperson an seine Grenzen kommen, wenn man beides versucht unter einen Hut zu bekommen. Meiner Meinung nach, ist es fast unmöglich Lehrperson und „Lernpartner“ zu sein. Deshalb sollte die Aufgabe der Lehrperson die Vermittlung von fachlichem Wissen und Lernmethoden sein. Die Lernmethoden üben, sollten die Kinder jedoch auch mit ihren Eltern, Schulkameraden, Nachhilfelehrer/innen usw.

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Differenzieren

5) Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Kinder lernen auf ihre eigene Art und Weise

 

Wir lernen bereits sehr früh in der Ausbildung, dass Differenzieren ein Kernpunkt in unserer Arbeit mit Kindern sein wird. Differenzieren ist deshalb notwendig, weil die Schülerinnen und Schüler teilweise sehr Heterogen (ungleichartig) sind. Sie kommen aus unterschiedlichen soziokulturellen Umfeldern (Kultur, Sprache, Religion,...) und oft unterscheiden sich ihre bisherigen Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten von einander. Sie unterscheiden sich im Geschlecht und manchmal sogar im Alter. Ihr Selbstvertrauen, ihre Selbständigkeit, die Fähigkeit zu Kommunizieren, ihr Sozialverhalten usw. ist unterschiedlich ausgeprägt. Einige Schülerinnen und Schüler brauchen viel Unterstützung und Führung, andere brauchen viel Freiraum und Vertrauen. Diese Heterogenität im Klassenzimmer kann sowohl zu Chancen als auch Problemen im Unterricht führen.

 „Alle/ Viele Wege führen nach Rom.“

(Das Sprichwort geht ins frühe Mittelalter zurück und bezieht sich auf die damalige Vorstellung von Rom als Weltreich. Auch als Mittelpunkt der christlichen Welt.)[1]

 Mit anderen Worten: Es gibt viele Möglichkeiten ein Ziel zu erreichen. Man darf deswegen auch Kinder nicht unterschätzen. Schülerinnen und Schüler haben oft eine sehr kreative Art ein Problem zu lösen. Manchmal kommen Sie von alleine ans Ziel und manchmal brauchen sie zwei, drei Wegweiser auf dem Weg zum Ziel. Deswegen scheint es mir ausgesprochen wichtig, die Schülerinnen und Schüler bei Problemen reden zu lassen. Sie sollten das Problem aus verschiedenen Gründen „verbalisieren“. Einerseits hilft es mir als Lehrperson die Gedankengänge der Kinder nachzuvollziehen und andererseits merken die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Fehler auf diese Weise oft selbst. Mir scheint es wichtiger, dass Kind auf seinem eigenen Lösungsweg zu unterstützen als ihm/ihr meinen Lösungsweg aufzubinden. Das Kind wird sich seinen eigenen Lösungsweg besser merken können, als einen den es auswendig lernen muss. Denn das Kind hat selbständig Verknüpfungen gemacht um auf ein Problem zu reagieren. Es bezieht sich auf bereits bestehende Verbindungen und knüpft an diesen an. Wenn die Lehrperson nicht darauf eingeht und einen völlig anderen (obwohl korrekten) Lösungsweg vorschlägt, hat das Kind unter Umständen keine Möglichkeiten dieses Wissen zu verankern. Ergo: Es wird das nächste Mal nicht in der Lage sein, das Wissen abzurufen.

Natürlich ist es ein sehr hoher Anspruch jeden Schüler und jede Schülerin in der Klasse auf ihrem Niveau abzuholen. Vielleicht ist es sogar fast unmöglich, alle im gleichen Mass zu fördern/fordern. Ich denke jedoch, dass es unglaublich wichtig ist, sich immer wieder daran zu erinnern, dass es durchaus mehrere Lösungswege für ein Problem geben kann.

Als ich vor einigen Wochen im Internet gesurft habe ist mir das Bild ins Auge gesprungen. Ich finde es sehr ausdrucksstark und interessant aber zugleich fast ein wenig erschreckend.  Es hält uns die „Macht“ einer Lehrperson vor Augen und diese sollten wir unter keinen Umständen unterschätzen.

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Beurteilen

Aufsätze

In meinem Diplompraktikum erhielt ich die Chance vier Prüfung für die Schülerinnen und Schülern zu schreiben. Unter anderem einen Aufsatz. Ich hatte eine 5. Klasse und die Kinder hatten wöchentlich 1 Lektion „Schreiben“. Dementsprechend waren die Schülerinnen und Schüler einigermassen darin geübt, Texte zu verfassen.

Für die Prüfung haben sich meine Praktikumslehrperson und ich dafür entschieden, eine „Bildergeschichte“ zu schreiben. Wir haben ihnen eine Papa Moll Bildergeschichte mit 4 Bildern gegeben und sie mussten eine passende Geschichte dazu schreiben. Sie erhielten 2 Lektionen zeit und folgendes waren die Kriterien: 

  ++ + +/- - --
Erzählung          
Die Sätze sind klar und verständlich formuliert 5 4 3 2 1
Die Geschichte orientiert sich an den vorgegebenen Bildern 10 8 6 4 2
Die Geschichte ist folgerichtig, stimmt in sich 5 4 3 2 1
Grammatik          
Nomen sind gross 5 4 3 2 1
Konjunktionen werden als Satzverbindungen passend gebraucht 10 8 6 4 2
Zeitform wird richtig angewendet 5 4 3 2 1
Phantasie          
Die Geschichte hat einen guten, passenden Schluss 5 4 3 2 1

Wie man sehen kann, sind zwei Lernziele doppelt gewichtet. Der Grund dafür ist, dass die Klasse das Thema (Konjunktionen) unabhängig von diesem Thema im Fach Deutsch gerade behandelt und abgeschlossen haben. Die Kinder kannten die Kriterien im Voraus. Des Weiteren war mir wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler darauf achten die Geschichte an den vorgegebenen Bildern zu orientieren. Dieses Lernziel haben alle Kinder OHNE Ausnahme vollständig erreicht. Dies war mir vorher auch bewusst, denn ich wollte ihnen die Chance bieten einige Punkte „einfach“ zu holen.

Da ich sehr viel Respekt davor hatte, die Aufsätze zu korrigieren hat mir meine Praktikumslehrperson einen Tipp gegeben. Ich habe 6 Aufsätze korrigiert, er hat 6 Aufsätze korrigiert und die Teamteaching-Partnerin hat etwa 8 Aufsätze korrigiert. Von den 6 Aufsätzen die ich und meine Praktikumslehrperson korrigiert haben, waren 3 die Selben. Dies haben wir extra so gemacht, damit wir einige Aufsätze und Bewertungen miteinander vergleichen konnten. Vorher haben wir nicht viel miteinander besprochen und ich habe sie einfach so korrigiert, wie ich es für richtig hielt (natürlich an den Kriterien orientiert). Herausgekommen ist, dass wir 2 von 3 Kindern die identische Note gegeben hatten und bei einem Aufsatz betrug der Punkteunterschied ca. 5 Punkte, was eine halbe Note ausmachte. Wir entschieden uns schlussendlich (und nach einer zehn-minütigen Diskussion) zu Gunsten des Kindes und gaben ihm die bessere Note. Ich konnte meine Praktikumslehrperson überzeugen, dass die Leistung des Kindes besser war als er dachte und dass das Kind sich offensichtlich besser gemacht hat als gedacht.

Dies ist auch das Ziel von dieser Art von Korrektur. Manchmal kann es geschehen, dass man aus „Gewohnheit“ dem Kind eine gute/schlechte Note gibt oder dass man nicht genau hinsieht. Wenn den gleichen Text zwei Menschen „korrigieren“ hat man einerseits eine gewisse Sicherheit und andererseits muss man nicht die ganze Last auf den eigenen Schultern tragen. Wichtig ist doch, dass die Kinder Freude daran verspüren Geschichten und Aufsätze zu schreiben. Wir sollten sie nicht demotivieren sondern sie aufmuntern das nächste Mal noch ein bisschen „besser“ zu werden.

Wenn ich die Chance in Zukunft erhalte Aufsätze mit einem Partner/einer Partnerin zu korrigieren, werde ich sie definitiv Nutzen. Ebenfalls denke ich, dass es sehr wichtig ist (vor allem bei Aufsätzen) den Schülerinnen und Schülern Kriterien zu geben und ihnen diese frühzeitig zu geben. 

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Literaturverzeichnis

Artikel

Suhr, L. & Döpfner, D. (2000). Leistungängste bei Kindern und Jugendlichen- ein multimodales Therapiekonzept. Kindheit und Entwicklung, 9. S. X-Y..

Pixner, S. & Kaufmann, L. (2013). Prüfungsangst, Schulleistung und Lebensqualität bei Schülern. Lernen und Lernstörungen, 2(2), S. 111-124

Müller Rastatt, G. (2012). Der Sprachdienst (Wiesbaden), Heft 6/2003, S. 207 f.

Bücher

Schnabel, K. (1998). Prüfungsangst und Lernen. Empirische Analysen zum Einfluß fachspezifischer Leistungsängstlichkeit auf schulischen Lernfortschritt, Bd 5, S. 10-13

Kast, V. (2009). Vom Sinn der Angst. Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen, 3. S. 9-12

Grun, L. (2012). Prüfungsangst als Form der Schulphobie. Über die Diagnose und den Umgang mit prüfungsängstlichen Schülerinnen und Schülern. S. 9

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Comments

Andrea Christen
23 February 2014, 10:19 AM

Liebe Frau Luijc, ich habe den Beitrag zur "Prüfungsangst" und zum Differenzieren gelesen.Beide prima! Leider kann ich kein Feedback auf die Postings direkt geben. Bitte nummerieren Sie die Postings. Mit der Zeit werden es immer mehr, und dann ist man froh, wenn man nach Anzahl suchen kann. Herzlicher Gruss A. Christen

Andrea Christen
23 February 2014, 10:19 AM

Liebe Frau Luijc, ich habe den Beitrag zur "Prüfungsangst" und zum Differenzieren gelesen.Beide prima! Leider kann ich kein Feedback auf die Postings direkt geben. Bitte nummerieren Sie die Postings. Mit der Zeit werden es immer mehr, und dann ist man froh, wenn man nach Anzahl suchen kann. Herzlicher Gruss A. Christen

Andrea Christen
23 February 2014, 10:20 AM

Auch die Spalte Prozessablauf ist prima. Ich kann mich gut orienterien, wann Sie was geschrieben haben. Sie dürfen die Texte in dieser Spalte auch noch kürzer machen. Noch ein Gruss A. Christen

Andrea Christen
03 March 2014, 2:43 PM

Ich kann noch kein Feedback auf den Block "Literaturverzeichnis" geben. Ihre Angaben sind noch nicht korrekt. Schauen Sie doch einmal beim Manuskript für die Bachelorarbeiten nach (Extranet, Prüfungswesen), wie man richtig zitiert. Es muss z.B. heissen:

Suhr, M. & Döpfner, X. (2000). Leistungängste bei Kindern und Jugendlichen- ein multimodales Therapiekonzept. Kindheit und Entwicklung, 9. S. X-Y.

Und: grosses Kompliment, dass Sie diesen fundierten Artikel mit aufnehmen. Es gibt beim Huber Verlag sicher noch mehr solcher Studien.

Noch ein Gruss A. Christen

Andrea Christen
11 March 2014, 10:01 AM

Der Prozessablauf ist PERFEKT so! Wer sich rasch Einblick in Ihre Arbeit verschaffen will, kann das so prima tun!

Andrea Christen
04 April 2014, 10:47 AM

Falls das ginge: dürfte ich Ihr Portfolio auch einmal ausdrucken lassen und irgendwo in der Schule aufhängen?

Svjetlana Lujic
04 April 2014, 12:12 PM

Liebe Frau Christen, das können Sie natürlich gerne machen. Ich bin froh, wenn das Thema mehr Aufmerksamkeit erhält. Herzliche Grüsse S. Lujic

Andrea Christen
11 June 2014, 4:29 PM

Liebe Frau Lujic,
Nun habe ich Ihr ganzes E-Portfolio noch einmal im Gesamten durchgelesen. Es ist wunderbar, wie das gewachsen ist. Die Postings zu Ihrer Fragestellung sind inhaltlich substantiell und dicht, man kann viel dabei lernen. Die Postings zum Differenzieren machen Freude, weil so viele verschiedene Aspekte von Unterricht sichtbar werden. Mit Ihrer Übersicht helfen Sie viel dabei, Hauptaspekte zu Ihrer Fragestellung erfassen zu können.Ausserdem sind die Postings farbig und visuell sehr anmächelig dargestellt. Es macht Freude, darin zu lesen. Wer wissen will, woher Sie Ihre Informationen haben, findet das professionell angegeben im Feld "Literatur".
Nun fehlen nur noch die Felder "FAP" und Praktika.  Herzlich A. Christen

 

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