EV3 in der 6. Klasse Wichtrach

Abstract
Tobler Jael; Bieri Melanie; Freiburghaus Natalie; Clément Nicole (Dokumentation); HS15; Profil MST

EV 3 in der 6.Klasse Wichtrach

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Thema / Ziel des Klassenbesuchs / Aufgabenstellung

In der 6.Klasse in Wichtrach konnten wir zwei Mal einen ganzen Morgen (insgesamt ca. 8 Lektionen) Robotik einführen und unterrichten. Hierzu haben wir uns zum Einstieg für die Beebots entschieden und anschliessend mit EV 3 gearbeitet. Mit der Lehrperson legten wir als Ziel fest, dass die Schülerinnen und Schüler EV 3 kennenlernen und wissen, was Robotik, Roboter und programmieren sind. Unser persönliches Ziel war es, dass wir die Faszination Robotik den Schülerinnen und  Schülern möglichst spannend und handlungsorientiert näher bringen können. Jedes Kind sollte am Ende dieser Unterrichtseinheit einen Eindruck über Robotik gewonnen haben und ein Erfolgserlebnis im Bereich des Programmierens erleben dürfen. Nach einem Postenlauf als Einführung bekamen die Schülerinnen und Schüler als Aufgabenstellung folgendes Arbeitsblatt, wobei die Aufgaben immer schwieriger wurden. Das Arbeitsblatt konnten wir von Urs Wildeisen so übernehmen (siehe Anhang).

Erarbeitungsschritte / Arbeitsprozess

Schritt 1: Kontaktaufnahme
Zu Beginn haben wir die ehemalige Praxislehrperson von Melanie kontaktiert und nachgefragt, ob es möglich wäre, in der 6.Klasse unser Robotikprojekt durchzuführen. Die Lehrperson war von Anfang an sehr begeistert und wir konnten uns schnell auf zwei Termine einigen.

Schritt 2: Elternbrief
Sodass die Eltern der Schülerinnen und Schüler ebenfalls über unser Vorhaben informiert sind und damit wir unser Projekt auch dokumentieren dürfen und dementsprechend Fotos oder Videos machen können, schrieben wir einen Brief an die Eltern, welchen die Kinder unterschrieben wieder mit in die Schule bringen mussten.

Schritt 3: Unterrichtsplanung
Gemeinsam haben wir anschliessend die zwei Morgen geplant, entsprechendes Material erstellt und Organisatorisches geklärt.

Schritt 4: Software
Eine Woche vor der Unterrichtseinheit installierten wir zu zweit die Software auf den Laptops der Schule. Für dies ist unbedingt genug Zeit einzuberechnen. Da wir alle gleichzeitig herunterladen und installieren wollten, blieb das WLAN oft hängen und es dauerte mehrere Stunden. Eine CD zur Installation wäre praktischer.

Schritt 5: Material besorgen
Mit dem Auto konnten wir das Material von der PH Bern nach Wichtrach transportieren. Durch vorherige Abklärungen waren die EV 3 Kästen reserviert und bereitgestellt.

Schritt 6: Material kontrollieren (haben wir leider ausgelassen)
Da die Kästen immer wieder ausgeliehen oder von den Studierenden gebraucht werden, kann es vorkommen, dass einige Teile fehlen. Leider haben wir diesen Kontrollblick nicht gemacht und erst während der Unterrichtseinheit bemerkt, dass einige wichtige Teile (z.B. Kabel) fehlen.

Schritt 7: Tag 1 Einführung

  • Begrüssung
  • Einführung in die drei verschiedenen Posten: Roboter - Maschine - Mensch; Beebots, Ich als Roboter - mein "Gspändli" programmieren
  • Vorstellen EV3: Kasten, Motoren, Stein, Sensoren, Programm, Anleitung
  • Aufgabenstellung geben
  • Programmieren
  • Hilfestellung geben
  • Aufräumen, Anschreiben
  • Feedback

 

Schritt 8: Tag 1 Programmieren

  • Einführung: Video von modernen Roboter anschauen, neueste Erfindungen
  • Programmieren
  • Wettbewerb: 15 Minuten Zeit etwas zu Programmieren und anschliessend vorzuzeigen
  • Aufräumen und Abbauen der Roboter
  • Gemeinsames Kontrollieren der Kästen
  • Feedback der Schüler und Schülerinnen einholen
  • Abschluss

(Während der beiden Tage wurde gefilmt und fotografiert)

Schritt 9: Rückgabe der Materialien
Nach unserer Unterrichtseinheit haben wir die Kästen noch einmal kontrolliert und anschliessend an die PH Bern zurückgebracht.

Schritt 10: Dokumentation erstellen und reflektieren

Reflexion zum Klassenbesuch

Im Grossen und Ganzen ist es uns sehr gut gelungen. Die Motivation und Freude der Lernenden hat uns begeistert. Doch nun zu den einzelnen Schritten.

Einführung:
Die Einführung in drei Schritten ist sinnvoll, jedoch in den kleineren Gruppen nur möglich, wenn genügend Lehrpersonen anwesend sind. Dennoch wäre dies auch mit der ganzen Klasse möglich: Die Lernenden müssten einfach bei den "Posten" gut instruiert werden (ob durch die Lehrperson oder durch ein Postenblatt). Der Posten zu den BeeBots sollte am ehesten direkt betreut werden, die anderen beiden Posten könnten von älteren Lernenden auch alleine durchgeführt werden.

EV 3 - Lego Mindstorms:
Die Lernenden konnten insgesamt vier Lektionen am EV 3, mit Aufbau der Roboter, arbeiten. Dies erscheint uns eine sinnvolle Länge, da es in dieser Zeit keinem der Lernenden langweilig wurde und auch keine/keiner mit der Zeit überfordert war. Es war ausserdem sinnvoll zu Beginn, noch vor dem Bauen, die Regeln (keine Teile der Materialkisten werden getauscht!) und die Ziele zu erläutern. Dennoch haben wir die Lernenden dann erstmal bauen lassen und haben ihnen das Aufgabenblatt und das Programmieren erst nach dem Aufbau der Roboter erläutert (als die ersten mit bauen fertig waren). Dies erscheint uns auch eine sinnvolle Strukturierung, da das Programmieren an sich und die Robotik für die Lernenden bereits neu war - zu viele Inputs auf einmal wären wohl bei einigen untergegangen. Vielleicht hätten hier noch einige Hinweise zum Programmieren (z.B. die wichtigsten Farben der benötigten "Bausteine" etc.) an der Tafel geholfen. Man hätte solche Scaffolds auch im Klassenzimmer auslegen können, damit die Lernenden, die diese Scaffolds benötigen, diese als Hilfe nehmen könnten. In der Klasse, in der wir waren, war dies nicht nötig, da die Lernenden sehr selbstständig und motiviert waren und auch motiviert einfach ausprobierten. Je nach Klasse wäre es jedoch sinnvoll gewesen. Die Lernenden arbeiteten dann selbstständig an den Arbeitsblättern, jede/r in ihrem/seinem Tempo: So konnte die Differenzierung der Lernenden gewährleistet werden. Je nach Klasse hätten die Arbeitsgruppen homogen gestaltet werden sollen. In dieser Klasse war es vom Niveau her sehr ähnlich, dadurch mussten keine spezifischen Gruppen gemacht werden.

Abschluss:
Als Abschluss veranstalteten wir eine "Robotershow". Die Lernenden bekamen die Aufgabe, ihren Roboter mit etwas eigenem zu programmieren. Dafür hatten sie 15 Minuten Zeit.
Anschliessend trafen wir uns im Kreis und die Lernenden durften nacheinander ihre programmierten Schritte vorzeigen. Dies erschien uns als ein sehr guter Abschluss, da die Lernenden voll Begeisterung etwas eigenes programmierten und jeder nochmal allen etwas vorzeigen konnte. Somit war der Abschluss auch für die Lernenden ein Highlight.

Im Allgemeinen sind wir sehr zufrieden mit unserer Organisation und dem Ablauf der zwei Robotik-Vormittage. Die Lernenden waren begeistert bei der Sache - unser Ziel hat sich somit erfüllt.

Bezug zur Schulstufe / Lehrplanbezug

D.2.B.1: Die SuS können wichtige Informationen aus Sachtexten entnehmen.

NMG.5.1-3: Technische Entwicklungen und Umsetzungen erschliessen, einschätzen und anwenden

TTG.2.D.1: Die Schülerinnen und Schüler können handwerkliche Verfahren ausführen und bewusst einsetzen.

Es werden die Handlungsaspekte "Mathematisieren und Darstellen" sowie "Erforschen und Argumentieren" angesprochen. 

MI 2.2.: Die Schülerinnen und Schüler können einfache Problemstellungen analysieren, mögliche Lösungsverfahren beschreiben und in Programmen umsetzen. 

MI.2.3.: Die Schülerinnen und Schüler verstehen Aufbau und Funktionsweise von informationsverarbeitenden Systemen und können Konzepte der sicheren Datenverarbeitung anwenden.

Fazit / Ausblick

Unser Fazit wird bereits in der Reflexion deutlich. Allgemein sind wir sehr zufrieden und wir würden den Aufbau (Einleitung in drei Schritten, Roboter bauen, Programmieren lassen, gemeinsamer Abschluss) wieder so machen. Interessieren würde uns sehr, wie es wohl in anderen Klassen mit diesem Aufbau funktioniert und ob sich dieser also bewährt oder dann angepasst werden muss.

Quelle

Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (2015): Lehrplan 21. http://vorlage.lehrplan.ch/; 11.02.2016

Dokumentation